Feinstaubbelastung

gab es nicht zur 123. Lesebühne SoNochNie! am 25.6.2018 im Zimmer 16, da die Themenbeauftragte sich entschuldigen ließ. Feinstaubbelastung wäre ihr Thema gewesen. Vielleicht erreicht uns der Text ja zu einer späteren Lesebühne.

Aus dem Lostopf zog eine Lottofee aus dem Publikum zuerst ein neues Gesicht auf unsere Bühne. Es war der Björn Reich, der eine Geschichte über Heiligsprechungen erzählte, die uns alle in ihren Bann zog. Es ging um die Heilige Barbara im Himmel, die für einen Haufen Berufe zuständig ist. Und um einen Auftrag an Pabst Julius II., wieder mal jemanden heilig zu sprechen. Die Wahl fiel auf einen Fischer, der einen Zitteraal sein eigen nannte. Dafür müsste er aber erst mal getötet werden, der Fischer. Der das erledigen sollte, fand ihn aber nicht vor, stattdessen geriet er an den Zitteraal und eine Lampe fiel um, das Haus brannte ab und der Mann kam dabei zu Tode und wurde statt des Fischers heiliggesprochen, was der Plan des Papstes von Anfang an gewesen sein soll. Es war eine sehr charmante Geschichte, die uns alle in ihren Bann zog, halb Krimi, halb historische Reminiszenz. Danke Björn.

Danach durfte ich dank dem Lostopf schon als Zweiter ein weiteres Kapitel aus meinem im Werden begriffenen Roman lesen. Für alle Anmerkungen dazu bin ich sehr dankbar.

Vor der Pause las als Dritter der Maik Lippert Gedichte: Herbert Wehner für immer. Für Maiks Vater war Herbert Wehner der einzige, der glaubwürdig die Faust ballen konnte. Es kam die Zeile vor: hinterließ Kohlenstaub zwischen Strittmatterbänden. So schaffte es die Feinstaubbelastung doch noch in den Abend. Vatertag mit der Reichsbahn hieß ein zweites Gedicht, das uns an alte Lieder wie Alle Zinnsoldaten müssen in den Schützengraben erinnerte. Arachnophobia beschäftigte sich mit der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass schon ein drei Monate altes Kind sich vor einer Spinne fürchtet. Maik verteilte nach der Lesung wie immer ein paar ausgedruckte Exemplare seiner Gedichte, was die Diskussion sehr belebte.

Dann war Pause. Nach der Pause stand die Wahl des Themenbeauftragten an. Nach einiger Bedenkzeit meldete sich der Björn Reich für den 27. August. Darüber freue ich mich sehr und hoffe, dann dabei sein zu können. Sein Thema lautet „Was ist Heimat“.

Wolfgang Weber las  einen Text, der Mojo hieß und sich, glaube ich, mit der Frage beschäftigte: „Was ist Budenzauber?“. Alles was sich reimte, fand sich darin friedlich zusammen. Es war verrucht, kein Raum für Eifersucht. Ein Besoffener lallt: wird’s bald. Hokuspokus auf dem Lokus. Die Hauptfiguren waren Bruno, Agathe und der Baum. Dazu gab es diesmal eine Art Rassel mit einer Geisel dran.

Als Letzte las ebenfalls eine Neuerscheinung auf unserer Lesebühne: Octavia Wolle, die unter ihrem Mädchennamen Winkler veröffentlicht. Sie las aus ihrem Buch „Oranienburger 32 oder Die unterirdische Tante“. Octavia widmet sich der schriftlichen Bewahrung von Erinnerung, eigener wie fremder, was sehr unterhaltsam ist. Besonders die Gegend um die Oranienburger Straße, wo sie aufgewachsen ist, hat es ihr angetan, die Heckmann-Höfe. Es handelt sich um eine literarische Reportage, die bewahren will, was im Modernisierungswahn verloren zu gehen droht: das Wissen darum, wie es hier mal ausgesehen hat und wie es „lang ging“. Ich habe mir ein Exemplar ihre Buches zugelegt und kann das jedem auch nur empfehlen.

Die nächste Lesebühne gibt es am 23. Juli. Themenbeauftragter ist dann Ralph Mönius und das interessante Thema lautet „Stehlampe“. Damit kann wohl jeder was anfangen.

Euer

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