SNN 99 – Wir stellen vor: Petra Lohan

Vor dem großen, 99. Jubiläumsabend am 27. Juni stellen wir jeden Montag und Donnerstag einen/n der acht AutorInnen hier mit einem Fragebogen vor, den wir sie zu beantworten gezwungen haben.


Petra Lohan kann einen Hang zum Absurden kaum leugnen. Die atmosphärisch dichten und meist irritierend knapp neben der „Realität“ angesiedelten Geschichten der Malerin und Shiatsu-Therapeutin haben schon in manchem Lesebühnen-Zuhörer den Verdacht erregt, SNN mische heimlich Halluzinogene ins Bier.

Werden wir mal persönlich: Aus welcher Gegend stammst du überhaupt und würdest du unseren Lesern einen Wochenendtrip dorthin empfehlen?

Aufgewachsen bin ich in Karlsruhe. Wenn man von Berlin aus einen Wochenendtrip dorthin unternehmen möchte, dann bitte im März, da ist dort nämlich schon voll der Frühling am Krachen, während wir hier noch auf Stufe 5 am Heizen sind.

Was hat dich ausgerechnet nach Berlin verschlagen?

Wien.

Wie bist du zum Schreiben gekommen, also außer dem Schreibenlernen in der Grundschule natürlich?

Ich habe bei einem workshop von Kathrin Möller, http://www.moellerscript.de, teilgenommen; eigentlich eher, weil ich meine Shiatsu-Werbetexte für meine Praxis dringend verändern wollte. Seitdem schreibe ich Kurzgeschichten. Die Shiatsu-Texte haben sich dagegen nicht wirklich verändert.

Wie würdest du dich als Autorin/Autor charakterisieren?

Und weil ich den Gedanken und bildern in meinem Kopf eine Richtung oder eine Gestalt geben möchte. (eigentlich schreibe ich um mein Leben)

Kannst du dich noch an deinen ersten SNN-Abend erinnern und wie du auf SNN aufmerksam geworden bist? Wenn ja: Gratuliere, du hast ein ausgezeichnetes Gedächtnis, denn das muss schon ein paar Jährchen her sein. Und jetzt: Bitte erzähl deine SNN-Geschichte.

Also: Auf den SNN aufmerksam gemacht haben mich Angela, Frank und Norbert, und zwar auf der Jahreslesung bei Kathrin Möller, wo ich das allererste Mal eine Geschichte öffentlich vorgelesen habe. Das war vor etwas mehr als zwei Jahren. Dann habe ich, wie es meiner Natur entspricht, noch ein paar Monate gebraucht, um mich zur Lesebühne zu trauen. Seitdem lese ich dort so regelmäßig, wie es geht.

Was unsere Leser ganz besonders interessiert: Hast du Lampenfieber, wenn du hinterm Lesetisch Platz nimmst???!!?

Ja. Natürlich. Zum Glück arbeite ich montags meistens tagsüber, so daß ich keine wirkliche Zeit habe, darüber nachzudenken. Aber: Ich gehe mit wackligen Knien hin, bin völlig durch den Wind, mein Blutdruck, der sowieso viel zu hoch ist, schießt nach oben, mein Adrenalinspiegel auch…und die Nacht danach kann ich nicht schlafen…überlebt hab ichs bis jetzt immer. Aber ob das wirklich unsere Leser interessiert?

Das Zimmer 16 ist …

Ein ziemlich guter und lebendiger Ort, an dem sich jede Menge netter und interessanter Leute treffen und an dem viel entsteht – ein Biotop für die Kunst.

Nach dem Lesen wird bei uns über den Text diskutiert, manchmal ziemlich lebhaft. Ist dir dabei schon mal, innerlich oder äußerlich, der Kragen geplatzt – egal ob vor oder hinter dem Lesetisch? Warum, oder warum nicht? (Namen werden unkenntlich gemacht 😉 )

Was ich absolut überhaupt nicht leiden kann, ist allzugroße Selbstgefälligkeit und Manieriertheit – wenn sie zur Schau gestellt werden – wenn also der ganze Saal dazu gezwungen wird, sich das mit anzuhören; wenn ich nicht damit belangt werde, ist es mir egal.

Was wir unbedingt wissen wollen (Hosen runter!): Warum kommst du immer wieder zu SoNochNie?

(Abgesehen davon, daß ich niemals öffentlich die Hosen herunter lasse): Ich finde es spannend, nicht nur meine eigenen Geschichten zu hören, wenn ich sie mir selbst vorlese, außerdem weiß ich nicht, wo ich soviel über mein Schreiben lernen könnte, wie bei euch! Begleitetes Schreiben also, in einer für mich sehr schwierigen Zeit. Dafür bin ich euch sehr verbunden und dankbar.

Zum Abschluss: Gibt es auch außerhalb des Zimmer 16 etwas von dir zu lesen/hören? Was? Wo? Wann?

Hin und wieder werde ich für Veranstaltungen gefragt, ob ich etwas lesen würde… ein Text ist auf der website von Kathrin Möller veröffentlicht – das wars auch schon; Aber: kommt Zeit, kommt Veröffentlichung.


Vor Petra Lohan haben wir Angela Bernhardt, Clemens Franke, Heiko Heller und Leovinus vorgestellt, es folgt am 16. Juni Frank Georg Schlosser.

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