So war die 71. Offene Lesebühne!

zinnschrei

Das Thema beim nächsten Mal

Ein Abend der Premieren und Erstaufführungen war die 71. Offene Lesebühne am 24.Februar im Zimmer 16.
Natürlich eröffnete unser Themenbeauftragter den Abend. Michael Wäser hatte das schwere Päckchen „Valentinstag“ zu tragen, das ihm vor zwei Monaten zugelost worden war. Doch präsentierte er uns keine hollywoodreife Love-Story mit blumigem Happy End, sondern servierte vielmehr einen tarantino-haften Blick in das Herz einer bügelnden Mutter.Sie frisst ihre Antwort auf die ewig-alte Hurvinek-Frage lieber in sich hinein, anstatt ihr Kind mit ihrem bitteren Inneren auf das Leben vorzubereiten. (Wer Hurvinek nicht kennt, sei auf diese Seite verwiesen: http://youtu.be/0cyj5A1puJ0 )

Daraufhin folgte der erste Debütant des Abends. Maik Lippert beschenkte uns mit Gedichten, die die ganze Spannbreite des menschlichen Daseins zwischen Paprika-Schneiden und dem Sinn der Raumfahrt abdeckten. Ein Beispiel seiner Texte kann hier bewundert werden: https://sonochnie.wordpress.com/2014/02/27/kleinkind-mit-weste-auf-dem-kanapee-von-maik-lippert/

Ebenfalls sein Debüt gab an diesem Abend Axel. Sein Prosatext befasste sich mit einem sehr irdischen Thema: Den Erfahrungen eines arbeitslosen Buchhalters im Job-Center. Das Publikum begrüßte im Allgemeinen die Genauigkeit der Beobachtung, kam allerdings auch zu dem Schluss, dass der Text deutlich mehr „Pfeffer“ in Form einer erhöhten Spur Sarkasmus oder Entwicklung der Charaktere bedürfe. Diese Hinweise nahm Axel dankend entgegen.

Für die dritte Premiere des Abends sorgte Frank Georg Schlosser. Er erreichte sie durch pure Abwesenheit und den zuvor geäußerten Wunsch, Leovinus möge seinen Text vortragen. Diesem Wunsch kam ich gern nach. Die „Männerminiaturen“ sind vier von Botho Strauß und der Weißenseer Wirklichkeit inspirierte Episoden, die uns diese merkwürdige Daseinsform „Männer“ ein Stück näherbringen. An Lob und kleineren Verbesserungsvorschlägen gab es keinen Mangel. Auch wurde mehrfach die Neugier geäußert, wie wohl der Verfasser selbst den Text gelesen hätte.

Den Abend beschloss dann die einzige weibliche Autorin. Angela Bernhardt ließ uns in das nahe Ende einer Ehe schauen, in der die Frau wohl nicht länger gewillt sein würde, die zweite Geige zu spielen. Obwohl die Geschichte erst am selben Tag das Licht der Welt erblickt hatte, war sie doch schon zu einem ansehnlichen Stück Literatur herangereift, was auch vom Publikum wohlwollend bestätigt wurde.

Bei der abschließenden Wahl des Themenbeauftragten lagen die Namen dreier Autoren in der Losschale: Angela, Leovinus und Michael erklärten sich bereit, das Risiko des Unbekannten zu wagen. Unsere Stammgästin Anita zog schließlich erneut Michael, der zunächst das Thema „Glück in Scherben“ abwählte und sich somit zur Zweitwahl „Zinnschrei“ verpflichtete.

Die werte Leserschaft ist nun aufgerufen, entweder selbst die einschlägigen lexikalischen Quellen zu diesem Begriff zu befragen sowie bis zur Offenen Lesebühne im April auf Michaels Interpretation auszuharren.
Zuvor jedoch werde ich als Themenbeauftragter des Monats am 24.März, meine etwas surrealistische Geschichte mit dem Titel „Traumfänger oder Wer hat Fedde“ präsentieren.

Die Lesebühne „So Noch Nie“ freut sich auf Sie als Gast oder als Leser!

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