Die 65. Lesebühne SoNochNie! ist Geschichte

Wir haben mal gezählt. Am Montag, d. 26.8.2013 war es die 65. Lesebühne SoNochNie!

Sie ist also jetzt Geschichte. Und es war eine bemerkenswerte Lesebühne, was nicht nur daran lag, dass die letzten erst kurz vor zwei nach Hause gegangen sind.

Es gab zwei neue Gesichter, Wolfgang und Elmar, die gelesen haben, deren Geschichten auch ausführlich besprochen wurden.

Begonnen habe ich als Themenbeauftragter mit dem zweiten Teil meiner Geschichte über zwei verfluchte (oder verhexte) Männer „So klein mit Hut“ – das Thema lautete zwar „Eis am Stil“ (man beachte das fehlende „e“), aber das reichte nur als Stichwort für die Art des Fluchs, der über den Protagonisten hereinbrach. Da es nur der zweite Teil einer siebenteiligen Odyssee war, ist darüber zunächst nicht weiter viel zu sagen. Es ist auch noch unklar, was die eigentliche Aufgabe des Protagonisten ist, denn zunächst sah es ja so aus, als müsse er den verhexten kleinen Klaus retten, aber nun, da er selber verflucht ist, steht die Frage: wer rettet ihn … und Klaus.

Danach las Elmar. Elmar hat den Abend in vielerlei Hinsicht bereichert. Unter anderem durch seine Geschichten. Es waren drei parabelhafte Erzählungen über Kinder, was mich etwas verwundert hatte, weil er ja in den Vorgesprächen sich noch wenig freundlich über diese Blagen ausgelassen hatte. Darunter war auch die kürzeste je in der Lesebühne gelesene Geschichte über „das dreijährige Kind“, das man irgendwie an den Ohren packt, in den Kindergarten taucht und später aus der Schule wieder rauszieht oder so ähnlich.

Am besten gefiel mir die Geschichte von den drei ungehorsamen Kindern, die alle, weil sie ungehorsam waren, aufs Meer hinaustrieben und durch einen Pottwal, einen Eisbären und Erdmännchen zu Tode kamen, im Grunde weil sie diese Tiere, die sie nur aus Bilderbüchern kannten, für ihre Retter hielten, was die Tiere aber nicht wussten.

Nach Elmar las Wolfgang. Während ich mir bei Elmar nicht sicher war, ob die Geschichten in Dur oder in Moll gehalten waren, gab es nun keinen Zweifel mehr: Moll. Drei kleine Geschichten, die in trauriger Grundstimmung kleinen Dingen viel Symbolkraft beimaßen: dem wilden Wein zum Beispiel, den die Mutter unter dem Fenster immer zurecht gestutzt hat – und nun wächst er ungehindert. Oder dem Bauklötzchen, das über ein Trampolin durch das offene Fenster nach draußen springt. Und der Vater schließt das Fenster, damit weder die Nachbarn noch der Sohn, dem das Bauklötzchen gehört, auf die Idee kommen, er wäre es gewesen.

Nach der Pause wurde es dann tatsächlich heiter.

Angela las eine Geschichte über einen Fußballfan, der eine Frau in den taktischen Begrifflichkeiten eines Fußballspiels erobert. Also die Raute oder der falsche Neuner kamen nicht vor, aber das Abseits- oder das Flankenlächeln, das Dribbeln und das Kurzpassspiel, und es war sehr vergnüglich sich in diese Eroberung zu begeben. Wenn „Mann“ eine gute Gelegenheit vergibt, indem man aus aussichtsreicher Position voll draufhält und der Ball auf den Traversen landet statt die Kugel gefühlvoll einzuschieben. Oder mit Ballhalten und Querpässen den Gegner kommen lassen etc. Es gab kein Happy End, weil der wahre Fan vom Fußball doch nicht lassen kann, aber schon die Hoffnung war erbaulich und irgendwie habe ich es ihm auch nicht gewünscht, dass er vom Fußball lässt für eine Frau, deren Abseitslächeln es war, weswegen er sie erobern wollte.

Zum Abschluss führte uns Heiko noch in das Gefühlsleben der Backwaren ein und erntete für seine Geschichte über Jürgen, das einsame Brot, Lachstürme. Jürgen hat ihm kein Glück gebracht. Vielleicht hätte er doch die liegen gebliebenen Sahneschnittchen nehmen sollen.

Mit Trara und Bummbumm wurde der Themenbeauftragte für den Monat Oktober 2013 gewählt, es ist der Micha (Wäser). Das ihm zuerst zugeloste Thema, das er auch (aus Paris zugeschaltet) akzeptiert hat, heißt „Parabolspiegel“. Also ich will ja nicht die Weisheit des Gottes Publikum infrage stellen, aber was einen Menschen dazu bringt, jemandem das Thema „Parabolspiegel“ vorzuschlagen, würde mich schon interessieren. Andererseits: Michas Zweitthema wäre „Am Achensee“ gewesen. (Der Achensee liegt nördlich von Jenbach in Tirol, 380 m über dem Inntal. Er bildet mit dem Achental die Grenze zwischen Karwendelgebirge im Westen und Brandenberger Alpen im Osten. Der bis zu 133 m tiefe Achensee ist der größte See Tirols. Wikipedia)

Tja. Da gefiele mir „Parabolspiegel“ doch besser. Es sei denn, jemand sponserte eine Dienstreise an den Achensee. Die sonst vorgeschlagenen Themen lauten:

„PST!HMFB?“ Nun gut, ein Schriftsteller muss, sagte wohl einst Maupassant, über einen Bindfaden eine Geschichte schreiben können, warum nicht über PST!HMFB? Proletarisches Stinktier! Haust mir die Füße blau?

„Sex im Alter“ – lang ist nicht mehr hin, da können wir dann hoffentlich aus eigener Erfahrung berichten

„Erbsenzähler“

„Mundgeruch“

„peinlich berührt“

und

„Jahreszeitenallegorie“

Die nächste offene Lesebühne findet am Montag, d. 23.9.2013 statt – Themenbeauftragter dann ist Leovinus alias Norbert und das Thema lautet: „Kissenschlacht“ Vielleicht wäre das die syrische Lösung. Alles Gute, genehmigt Euch eine schöne Zeit. So long. Frankgeorgschlosser.

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