„Dezembergrün“ und „Trennen“ – Gedichte von Anita Gruhn

Dezembergrün

Als wollte das Kind –
der Frühling –
nicht schlafen,
Vater Winter nicht
seine Schweigedecke
über kicherndes Zwitschern
aus gelben Knospen
ausbreiten…
Wo auf den Feldern
den Grasschopf
immer wieder der laue Regen
föhnt
vermisse ich
das unbeschriebene Blatt…
Doch das erste Wort
des Jahres schon bald
knallt in den
sprachlosen Himmel!

Trennen

OK
Herunterfahren
Klick.
Blackout.

Flach einfallendes Licht in dieses…
noch immer dein
Zimmer auf diese Überbleibsel…
Zeugnisse deines Da-gewesen-seins…
wie an Land
gespülte Perlen der Unauffindbaren…
überflüssige Dinge –
wie Planeten ohne Sonne –
dahingestreut ins Nichts,
ins unendliche Schwarz…
Seitlich einfallende Sonnenstrahlen –
Längst verloschen, wenn ich sie
endlich sehe…

Verbindung getrennt.

(Beide Texte von Anita Gruhn)

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