Mordgelüste – weiche Brüste

Der zweite Themenabend der offenen Lesebühne: „Mordgelüste“ am Montag, den 28. Januar 2013 im Zimmer 16 in Pankow – war gut besucht – nicht so voll wie im August beim Thema „Erotik“, was ja hoffnungsvoll darauf schließen lässt, dass mehr Leute an Sex interessiert sind als daran, jemanden umzulegen.

Es sind nicht so viele um die Ecke gebracht worden.

Und bei den wenigen Leichen wurde die Frage aufgeworfen, ob die wirklich hätten sein müssen, denn das Wort „Mordgelüste“ weise ja darauf hin, dass es nur Gelüste sind, keine Lust.

Etwas Spielerisches also, wie das Mädchen, das zwischen der Frage, ob Marmelade aufs Leberwurstbrot passt (für sie schon) und der Frage, wer des Stachels verlustig geht und stirbt beim Stechen, Biene oder Wespe, völlig unvermittelt mit der Phantasie spielt, ihrer Mutter das stumpfe Leberwurstbrotmesser ins Herz zu stoßen (irgendwo da, wo sich der Träger ihres BH unter dem Pulli abzeichnet). Es aber (natürlich) nicht tut. Ein Gelüst eben.

Für solch drastische Geschichten, wo Frauen beim Sex auf dem Damenklo erwürgt werden, hätte schon „Mordlust“ darüber stehen müssen. So wäre man ja gar nicht darauf vorbereitet. Aber wer ist schon auf einen Mord vorbereitet (außer der Mörder vielleicht)?

Außerdem wurde eine Angst ermordet oder über Bord gestoßen, wobei ich mutmaße, dass sie sich wie Muscheln am Kielholz festsetzen und den Kahn in der Folge schwer und langsam machen wird, dass man ihn an Land holen muss, damit er nicht irgendwann kentert und untergeht.

Gretel wollte die Hexe in den Backofen schieben, wie das so vorgesehen ist, hat aber nicht bedacht, dass Hänsel (moderne Zeiten) mit ihr ein Verhältnis und sich so seine Loyalität verschoben hat. Das ist ähnlich frei interpretiert wie die Geschichte selbst es mit dem Märchen tut. Aber schlussendlich ist Gretel da gelandet, wo die Hexe eigentlich hingehört hätte.

Und wessen Hände nicht zum Töten gemacht sind, der muss sich anderer Fähigkeiten bedienen, um zu töten und sei es nur … die Liebe … oder eine Beziehung oder Beides – mittels Worten (oder war es nur die Stimme?). Es hat was mit Liebe zu tun. Wie man tötet.

Auch die obligatorische Phantasie eines Amoklaufes (diesmal im Finanzamt) war dabei. Ich habe da nichts zu gesagt. Aber wenn es soweit ist, sag vorher Bescheid – den Tag mach ich dann krank. 😉

Aber am schönsten (am griffigsten? Hahaha) fand ich:

„Mordgelüste
weiche Brüste …“

Bloß gut, dass das von einer Frau kam.

Außerdem haben wir den Themenbeauftragten für den März gewählt: Gewonnen hat der Micha und das Thema ist dann naheliegenderweise „Frühling“. Wie deprimierend.

Und zum Schluss eröffne ich hiermit die Themensuche für unseren nächsten Themenabend – der im Mai sein müsste. Was hieltet ihr von „Geld … ist nur eine Form der Energie“ – würde sich nahtlos einfügen in die Reihe … Erotik … Mordgelüste … Geld. Hätte auch den Vorteil, das wir herausfinden würden, ob noch mehr Leute an Geld interessiert sind als an Sex oder daran, jemanden umzulegen. 😉

Frank Georg Schlosser

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